Aussetzbetrieb (S3)
Betriebsart nach IEC 60034-1, bei der sich identische Zyklen aus Betrieb mit konstanter Last und stromloser Pause wiederholen. Der Anlauf beeinflusst die Erwärmung dabei nicht wesentlich. Mehr dazu im Artikel Betriebsarten S1, S2 und S3.
Bürstenmotor
Gleichstrommotor, bei dem Kohlebürsten den Strom mechanisch über einen Kommutator auf den rotierenden Anker übertragen. Vergleich mit der bürstenlosen Bauweise im Artikel Bürstenmotor oder bürstenloser Motor?.
Bürstenloser Motor
Motor, bei dem die Kommutierung elektronisch erfolgt statt über mechanische Bürsten und einen Kommutator – dadurch verschleißfrei, aber auf eine Ansteuerelektronik angewiesen. Details im Artikel Bürstenmotor oder bürstenloser Motor?.
Dauerbetrieb (S1)
Betriebsart nach IEC 60034-1, bei der der Motor mit konstanter Last so lange läuft, dass sich ein thermischer Beharrungszustand einstellt – die typische Angabe für dauerhaft laufende Pumpen, Lüfter oder Produktionsanlagen. Mehr im Artikel Betriebsarten S1, S2 und S3.
Drehmoment
Die auf die Motorwelle wirkende Kraft mal Hebelarm. Zusammen mit der Drehzahl bestimmt das Drehmoment die abgegebene mechanische Leistung eines Motors und ist eine zentrale Auslegungsgröße.
Einschaltdauer (ED)
Prozentualer Anteil der Betriebszeit an der Summe aus Betriebs- und Pausenzeit innerhalb eines Lastspiels – zentrale Kenngröße bei Aussetz- und Kurzzeitbetrieb. Mit dem Kennlinien-Simulator im Artikel Betriebsarten S1–S3 lässt sich die ED direkt durchspielen.
Fremderregter Motor
Gleichstrommotor, bei dem Feld- und Ankerwicklung getrennt versorgt werden. Das ermöglicht einen großen Regelbereich und eine flexible Kennlinie. Vergleich mit den anderen Bauarten im Artikel Gleichstrommotor-Arten im Vergleich.
IP-Schutzart
Klassifizierung nach IEC 60529, die den Schutzgrad eines Gehäuses angibt: Die erste Ziffer (0–6) beschreibt den Schutz gegen feste Fremdkörper und Staub, die zweite Ziffer (0–9K) den Schutz gegen Wasser – zum Beispiel IP54 für staubgeschützt und spritzwassergeschützt.
Isolierstoffklasse (Wärmeklasse)
Einteilung von Isoliermaterialien nach IEC 60085 anhand ihrer zulässigen Grenztemperatur, unter anderem Klasse B (130 °C), F (155 °C) und H (180 °C). Bei Elektromotoren ist Klasse F heute die gängige Standardauslegung.
Kommutator
Mechanischer Stromwender auf der Ankerwelle eines Bürstenmotors, der über Kohlebürsten kontaktiert wird und den Ankerstrom richtungsrichtig umschaltet, damit sich der Anker kontinuierlich weiterdreht. Mehr dazu im Artikel Bürstenmotor oder bürstenloser Motor?.
Kurzzeitbetrieb (S2)
Betriebsart nach IEC 60034-1, bei der der Motor über eine festgelegte Zeit mit konstanter Last läuft, gefolgt von einer Pause bis zur vollständigen Abkühlung. Mehr im Artikel Betriebsarten S1, S2 und S3.
Nebenschlussmotor
Gleichstrommotor, bei dem Erreger- und Ankerwicklung parallel an derselben Spannungsquelle liegen. Das ergibt eine relativ konstante Drehzahl bei Laständerung. Vergleich im Artikel Gleichstrommotor-Arten im Vergleich.
Permanentmagnetmotor
Gleichstrommotor, dessen Erregerfeld durch Permanentmagnete statt durch eine Erregerwicklung erzeugt wird – kompakt, ohne Erregerstrombedarf und dadurch effizient bei kleiner bis mittlerer Leistung. Details im Artikel Gleichstrommotor-Arten im Vergleich. Zu den eingesetzten Magnetwerkstoffen siehe Neodym vs. Samarium-Kobalt.
Reihenschlussmotor
Gleichstrommotor, bei dem Feld- und Ankerwicklung in Reihe geschaltet sind. Das liefert ein sehr hohes Anlaufmoment, macht den Motor aber lastabhängig – ein Betrieb ohne geeignete Last kann die Drehzahl gefährlich ansteigen lassen. Mehr im Artikel Gleichstrommotor-Arten im Vergleich.
Thermische Zeitkonstante
Kenngröße, die beschreibt, wie schnell sich ein Motor bei einer Laständerung erwärmt oder abkühlt. Sie ist entscheidend für die Bewertung von Aussetz- und Kurzzeitbetrieb und lässt sich im Kennlinien-Simulator direkt einstellen.
Wirkungsgrad
Verhältnis von abgegebener mechanischer Leistung zu aufgenommener elektrischer Leistung eines Motors. Die Differenz geht als Verlustwärme verloren und bestimmt neben der Auslegung auch den Energieverbrauch im Betrieb.
Quellen (Auswahl): IEC 60034-1 (Betriebsarten), IEC 60085 (Isolierstoffklassen), IEC 60529 (IP-Schutzarten).
